Kapitel 1
Wo kommt überhaupt der Tabak her?

Hallo, ich bin Lara, und ich möchte dir helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Damals, als ich krank geworden bin, hatte ich auch Hilfe, und ich habe es geschafft, die Zigarette aus meinem Leben zu verbannen. Heute bin ich froh, der Kippe Lebewohl gesagt zu haben.
Du musst dir folgendes vorstellen:
Ein großes Flugzeug mit mindestens dreihundert Menschen an Bord stürzt ab und alle Passagiere sind tot. Das ist ein Riesenrummel in den Medien. Fernsehsondersendungen und Reportagen laufen von morgens bis abends. Nicht so spektakulär ist der Tod von täglich dreihundert Menschen allein in Deutschland durch Nikotin. Das Sterben der Raucher ist still und unerkannt und kein Reporter steht da und fragt die Hinterbliebenen. Die meisten haben einen furchtbaren Leidensweg hinter sich.
Es ist ganz einfach so, dass uns Jugendlichen die Berichte von den Raucherkrankheiten nicht wirklich erreichen, durchaus glaubhaft, aber eben doch fern unserer Erlebniswelt und weil immer noch so viele Erwachsene rauchen, kann es ja wohl nicht so schlimm sein und legal ist es außerdem. Aber jetzt erzähle ich dir erst mal etwas über den Tabak.
Es war, glaube ich Mittwochmittag, sechste Stunde, Biologienterricht im Gymnasium, das meine Freunde und ich besuchten. Frau Gebhard versuchte uns bei der Stange zu halten, denn so kurz vor Schulschluss hatten wir einfach keine Lust mehr, zuzuhören. Ich höre sie noch sprechen:
„Nächste Woche haben wir den Tabak als Thema und die Geschichte dieser Pflanze. Wo kommt sie her, wer hat sie entdeckt usw. Dazu möchte ich Euch bitten, einige Recherchen anzustellen. In der Schulbücherei, im Internet oder Lexikon. Das überlasse ich Euch. Ihr bildet bitte Vierergruppen und sucht Euch ein Thema aus.

  • Wo ist die Heimat dieser Pflanze?
  • Welchen geschichtlichen Hintergrund verbinden wir mit dieser Pflanze?
  • Wer hat sie mit nach Europa gebracht?
  • Was sind die Inhaltsstoffe?
  • Wie wird der Tabak verarbeitet?
  • Wie wirkt sich der Tabak auf den Organismus aus?


Sie hat
uns noch einen schönen Nachmittag gewünscht und viel Spaß bei der Recherche.
Die Schulglocke ertönte, und wir rannten so schnell wir konnten aus der Klasse.
Ich zupfte an Sabines Jacke und fragte: „Treffen wir uns heute bei mir und suchen Material im Internet?“ Sabine lachte fröhlich und nickte mit dem Kopf.
Wir sind dann alle nach Hause gegangen. Eine Woche später haben wir unser Referat gehalten. Ich habe es aufgehoben und möchte es Dir zeigen.
„Der englische Entdecker Sir Walter Raleigh soll 1592 den ersten Tabak aus der neuen Welt nach Europa gebracht haben. Raleigh beobachtete, wie die Einheimischen Tabak trockneten, pressten und klein hackten, um ihn dann genussvoll in der Pfeife zu rauchen.
Tabak gehört zu den Nacht­schatten­ge­wächsen und gedeiht am besten in subtropischen Regionen. Die ersten Hinweise auf den Tabak- bzw. Nikotin­kon­sum finden sich schon in Dar­stel­lungen der Mayas 600 v. Christus.
Bei nordamerikanischen Indianern hatte das Tabakrauchen, zum Beispiel beim Rauchen der Friedenspfeife, kultische Bedeutung. Bis zur Entdeckung Amerikas war Tabak nur dort bekannt. Die Tabakpflanze wurde in Mitteleuropa zunächst als Heilpflanze verwandt, später kam sie auch als Genussmittel in Mode. Bald mischten sich die lokalen Regierungen in die Tabakwirtschaft ein und vergaben Konzessionen und Monopole. Sie erhoben Zölle und Steuern, manchmal, um die Sucht zu bekämpfen, aber auch, weil Tabak als lukrative Einnahmequelle erkannt worden war.
Zunächst wurde Tabak in einer Pfeife geraucht, später in Zigarren. Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zigaretten produziert. Die erste Zigarettenmaschine von 1881 in den USA stellte 200 Zigaretten pro Minute her. Damit wurde der Nikotinkonsum erheblich vereinfacht.
Genauso wie auch der Kaffee, der Tee und die Schokolade kam der Tabak als Errungenschaft kolonialer Eroberungszüge nach Europa.
Tabakblätter enthalten eines der stärksten bekannten Gifte - Nikotin. Reines Nikotin kann, wenn es geschluckt wird, innerhalb von Minuten töten. Der Nikotin-“Kick“ kommt sehr schnell. Beim Rauchen wird das Nikotin direkt im Mund aufgenommen. Da der Zigarettenrauch alkalisch ist, löst es sich sofort im Speichel auf. Von da gelangt es über den Blutkreislauf ins Gehirn und man fühlt sich innerhalb von Sekunden schwindelig und benommen. Das Nikotin in Zigaretten und Zigarren führt zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit.
Über einen längeren Zeitraum betrachtet, tötet starkes Rauchen durch Herzkrankheiten und Lungenkrankheiten mehr Menschen als jede andere legale oder illegale Droge.

Die Erscheinungsform:

  • Die getrockneten Blätter der Tabakpflanze werden zu Tabak
    für Zigaretten, Pfeifen und Zigarren verarbeitet.
  • Tabak wird auch als Snief verkauft, als feines Pulver, das
    geschnupft wird.
  • Kautabak, der am Stück verkauft wird, ist hierzulande kaum
    erhältlich.

Die Wirkung von Nikotin:

  • Der „Kick“ beim Rauchen einer Zigarette, auch Kippe, Fluppe, Glimmstengel oder Sargnagel genannt, kommt innerhalb von Sekunden und dauert etwa 30 Minuten.
  • Wenn das Nikotin das Gehirn erreicht, dreht sich alles im Kopf. Man fühlt sich angeregt und wach.
    Nikotin beschleunigt den Herzschlag, so dass mehr Blut pro Minute durch den Körper zirkuliert. Manche sagen, sie könnten dann sofort aufspringen und aktiv werden.
  • Nikotin reduziert die Spannung in Muskeln, man fühlt sich entspannt und erleichtert.
  • Nikotin scheint bei der Arbeit zu helfen, da es die Konzentration verbessert. Langeweile und Müdigkeit können verdrängt werden.“

Als Heimat des Tabaks gilt der amerikanische Doppelkontinent, die Indianer kannten die Wirkung der Pflanze schon vor Hunderten von Jahren. Hauptalkaloid des Tabaks ist das Nikotin, das erstmals 1928 isoliert wurde und für die psychotrope Wirkung verantwortlich ist.

Daneben enthält der Tabak mehr als 4000 weitere Inhaltsstoffe, darunter Cyanwasserstoff, Benzol, Formaldehyd, Cadmium, Blei, Nickel, Chrom und Kohlenmonoxid. Sie sind auch im Nebenstromrauch der Zigaretten enthalten, so dass auch Passivrauchen Schäden verursacht. Nach neuesten Studien ist der Nebenstromrauch gefährlicher als der Hauptstromrauch. Tabak wird zu 90 Prozent als Zigaretten geraucht.

Wirkung:
Ungewohnter Tabakkonsum führt in der Regel zu Vergiftungserscheinungen. Wer sich an Nikotin gewöhnt hat, empfindet dessen psychotrope Wirkungen wie eine gesteigerte Aufmerksamkeit, die Stresstoleranz nimmt zu, Erregung und Aggression nehmen ab. Die Wirkung ist abhängig vom individuellen Zustand: In Stresssituation eher beruhigend, bei Niedergeschlagenheit anregend. Zudem werden Situationen als angenehm erlebt, in denen geraucht wird: Die Zigarette nach dem Essen, in Gesellschaft, zum Kaffee – das führt zu einer Verknüpfung von positiven Situationen mit Rauchen.

Das ist bei Zigarrenrauchern weit verbreitet:

Gemütlichkeit, Qualm und ein hartes Getränk.

In der Überlieferung gehörte es zum männlichen Erwachsensein dazu, Zigarren zu paffen.

Zusatzstoffe mit Atemwegswirkungen und Geschmackseffekten

Zusatzstoffe werden eingesetzt, um die Atemwege der Raucher zu einer verstärkten Nikotinaufnahme anzuregen. Menthol ist einer der bedeutendsten Zusatzstoffe. Seine Wirkungen auf die Atemwege sind: Schmerzlindernde Effekte sowie Geschmacks- und Kühlungseffekte. Bei der Inhalation von Menthol wird ein verstärkter sensorischer Reiz ausgeübt, der unter anderem zu einer Verminderung des Schmerz- und Reizempfindens führt. Dies ermöglicht vor allem Einsteigern ein tieferes Inhalieren des ansonsten schmerzhafteren Zigarettenrauches. Neben Menthol ist Kakao ein häufig verwendeter Zusatzstoff des Zigarettentabaks. Wie beim Menthol ist der Verwendungszweck eine Aromatisierung und eine Milderung des herben Tabak- bzw. Nikotingeschmacks. Um die strenge Ausgangsnote zu überdecken, setzen die Hersteller außerdem in großem Umfang Zucker ein, der zusammen mit Ammoniak karamellisiert wird und dadurch einen weichen Geschmack erzeugt. Dies führt zur Inhalation größerer Rauchmengen und damit höherer Nikotinmengen. Bei der Verbrennung von Zucker in einer Zigarette entsteht zudem eine erhebliche Menge krebserzeugenden Acetaldehyds. Dadurch wird ein bereits gefährliches Produkt noch gefährlicher gemacht. (DKFZ)

 


Friedenspfeife
Die bekannteste indianische Kulturpflanze ist der Tabak. Sein Saft half gegen Zecken und desinfizierte Wunden. Sein Rauch begleitete nicht nur Rituale und Kulte, er linderte auch Kopf- und Zahnschmerzen. In der Regel rauchten die Indianer den Tabak vermischt mit anderen Heilpflanzen.
Bild einer Indianergruppe, die die Friedenspfeife rauchen
Tabakplantage in Südamerika
Friedenpfeife rauchen
blühende Tabakpflanze

Achtung! Sackgasse Rauchen!
Vorher aufhören oder gar nicht erst anfangen!!

besser so!
Zigarrendreherin

 

Nichtraucherkids - online

 

| Hörspiel "Lara" | Hörprobe | Theaterstück "Lara"| Autorin | Das Buch | Kapitel 1 | Inhaltsverzeichnis |
| Vortrag mit Powerpoint-Präsentation | Das Projekt | Workshop | Hörspiel | Lied "Träume" |
| Forum
| Nikotin, das tödliche Gift | Wirkung auf das Unterbewußtsein | Wie kann ich aufhören? | Abhängigkeitspotential | Zusatzstoffe | Industrietabakforschung |
| Events
| Impressum | Kontakt | News | Links | Pressestimmen | Sponsoren | Presseecke: Alles übers Rauchen & Co |